Dieses Agentenstück handelt nur bedingt von Agenten und eine Handlung hat es überhaupt nur zum Schein. (Und auch das ist gelogen.) Das Stück ist viel mehr selber Agent: Es agiert und agitiert unter falschem Namen, sabotiert den Denkapparat mit Wohlgefallen und posiert dann doch ganz zuckersüss als verkappter Beitrag zu einer verzwickten Debatte.
Die Frage lautet: Was kann und soll Theater im 21. Jahrhundert eigentlich wollen, können und sollen, wenn es denn zeitgenössisch sein können will oder soll? Unter dem Banner von lustvoller, angewandter Philosophie untersucht die vorliegende Versuchsanordnung diese oder zumindest eine ganz ähnliche Frage anhand der konkreten Schaffenskrise von drei jungen Leuten (konkret werden wir immer erst in der Krise), die eben versuchen ein solches oder jenes Theater zu machen.
Ganz am Anfang ihrer Arbeit stand vermutlich ein Theaterstoff wie jeder andere, der eine Geschichte von drei Menschen erzählt hat, die sich in einer Konstellation begegnen, die einen Konflikt verursacht, der eine Klimax erreicht und dann in einer Katastrophe endet. Vereinzelte Redundanzen dessen begegnen uns zwar noch beim Betrachten, aber die eigentliche Geschichte hat sich längst in Prozess, Performanz und Wohlgefallen aufgelöst. Damit wird das Handeln der Agenten selber zur Geschichte.
Zu allem Übel mischt sich dann auch noch der Alte bei den Jungen ein, inszeniert und irritiert sie, bringt sie vom Weg ab oder auf den richtigen Weg drauf, was ja aber Ansichtssache und gleichermassen egal ist, denn schliesslich ist doch alles nur Theater.
Die Blonde: Sima Djabar Zadegan
Der Alte: Béla Riethausen
Der Dicke: Steffen Siebenhüner
Der Hübsche: Ralph Tharayil
Konzept & Leitung: Michael E. Graber
Dramaturgie: Beatrice Kern
Lichtdesign: David Krämer
Körpertraining & Stimmarbeit: Franziska Trefzer
Trailer & Dokumentation: Ian Purnell
Grafik & Web: Kaspar Manz
Fotografie: Barbara Kern
Produktionsleitung: Franziska Franz